Tanz-Club-König

Artikel vom 02.08.2013 - 15.00 Uhr

Tanzcafé: Stromausfall beschert neues Motto

Bad Nauheim (cor). Ein ganz normaler Tanzabend in der Kurstadt: Viele Gäste genießen die gute Stimmung im Tanzcafé König. Die Besucher kommen aus vielen Regionen, etwa aus dem Hochtaunuskreis, aus Gießen, Wetzlar oder Marburg. Manche kommen sogar zwei- oder dreimal die Woche, haben sich hier kennen und lieben gelernt.

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Viele Stammgäste kommen jede Woche, um das Tanzbein zu schwingen. (Fotos: cor)
»Gerade mittwochs, freitags und samstags ist hier richtig was los«, sagt Tanzcafé-Inhaber Marian Jagielski. Nach über 30 Jahren kennt er jeden Stammgast persönlich. »Wir sind eine große Familie«, meint der Chef, der sich gerne unter seine Gäste mischt, mit ihnen lacht und die tolle Stimmung genießt.

Heidi Schnatz zählt zu den Stammgästen. Seit über 15 Jahren fährt sie regelmäßig zum Tanzen in die Kurstadt. »In Gießen wird doch eher etwas für junge Leute geboten, in Bad Nauheim fühle ich mich gut aufgehoben«, sagt die tanzbegeisterte Dame. Das Paket, das ihr im Tanzcafé König geschnürt wird, passe zu ihren Ansprüchen. »Es geht familiär zu, ich brauche als Frau keine Angst zu haben, kann einfach einen angenehmen Abend verbringen.« Freitags und samstags genieße sie die Motto-Abende, freitags den Singleabend, samstags den normalen Tanz. »Das Schöne ist: Ich kann als Frau auch die Männer zum Tanzen auffordern oder einfach alleine tanzen, wenn mir danach ist.«

Die familiäre Atmosphäre scheint das Erfolgsgeheimnis zu sein. Während viele Tanzlokale im Laufe der Jahre geschlossen haben, ging es im Tanzcafé König munter weiter. Mittlerweile fühlt sich Marian Jagielski wie der Großvater im Hause. Nicht nur er ist den Gästen vertraut, sondern auch seine Mitarbeiterinnen Heidrun Ulm, Susi Krausgrill und Ilse Remjunke. Sie alle arbeiten schon seit mindestens 27 Jahren im Tanzlokal. »Ilse Remjunke ist seit 31 Jahren, also seit der ersten Stunde dabei«, sagt Jagielski. Ein eingespieltes Team, das auch ein offenes Ohr für Kurgäste habe. Aus den Reha-Kliniken kämen allerdings nicht mehr so viele Gäste wie früher.

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Haben sich im Café König vor 22 Jahren kennengelernt und sind seitdem ein Paar: Elisabeth und Jean-Paul Lissock.
Seit 22 Jahren zählen Elisabeth und Jean-Paul Lissock aus Bad Homburg zu den Gästen. »Das Tanzcafé ist ein Muss«, sagt das Ehepaar. »Wir haben uns schließlich vor 22 Jahren hier kennengelernt«, ergänzt Autor Jean-Paul Lissock, »und wir sind immer noch zusammen. Darum wollen wir unsere Liebe einmal in der Woche wieder aktivieren.« Jeder Besuch erinnere an das erste Treffen. Das Ehepaar tanzt leidenschaftlich gern. »Wir waren früher in Bad Nauheim in vielen Tanzlokalen, dieses ist geblieben.« Hier könne man auf alles tanzen, sagt Elisabeth Lissock. Am Café König schätze sie außerdem die Freundlichkeit des Personals.

Stromaggregat sorgt für lauten Jubel

An Ideen mangelt es Marian Jagielski auch nach über 30 Jahren nicht. Motto-Abende wie der Rosentanz oder Damenwahl gehören zum wöchentlichen Programm. Der große Stromausfall in Bad Nauheim am 28. Juni habe eine neue Motto-Idee beschert, den Romantikabend. »Das Haus war an dem Abend voll, alle Plätze waren besetzt«, erzählt der Geschäftsinhaber. Doch ohne Strom keine Beleuchtung und vor allem keine Musik. »Ich habe die Stadtwerke angerufen, gefragt, wann der Schaden denn wohl behoben sein könnte.« Bis 21 Uhr habe man gehofft und gewartet, dann musste eine Lösung her. »Die Musik kam bis dahin von einem Handy«, lacht Stammgast Heidi Schnatz, die den Abend miterlebt hat.

Ein Notstromaggregat wurde besorgt, somit konnte der DJ endlich loslegen. Für die passende Beleuchtung sorgten zahlreiche Kerzen oder Taschenlampen. »100 Gäste haben laut gejubelt, als die Musik endlich spielte«, sagt Jagielski. »Als zwischendurch das Benzin für den Stromerzeuger ausging, lief jemand los und besorgte Nachschub«, berichtet Schnatz. »Am Ende verabschiedete Marian Jagielski jeden Gast persönlich mit Handschlag.«

Der Romantikabend hatte seine ungewollte Premiere. »Ab September bieten wir den nun immer am ersten Freitag im Monat an«, sagt Jagielski. »Bei Kerzenschein und Musik.«

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